Soziale Teilhabe

Ein Land oder ein Staat, dessen Regierung nicht darauf abzielt, Covid-19 wirklich zu bekämpfen, indem es das Ziel von null Infektionen anstrebt (Eliminations-/Niedriginzidenzstrategie), schließt einen guten Teil der Bevölkerung aus.

Nämlich die Menschen, die sich und ihre Angehörigen, Freunde und Mitmenschen so gut es geht und konsequent vor einer Infektion mit Covid-19 schützen wollen.

Die Pandemie ist noch nicht zu Ende. Und so lange kann es keine Normalität oder ein „Back To Normal“ geben.

Wenn das Signal in den Medien und der Bundesländer aber genau das ist: bei noch nicht erreichter Bekämpfung von Covid-19 wieder zu öffnen und zu lockern– werden genau die Menschen ausgeschlossen, die das Risiko einer Infektion immer noch nicht eingehen wollen und können. Weil sie zum Beispiel ihre Kinder nicht zu Halbwaisen oder Vollwaisen machen wollen, oder einfach ihren aktuell vorhandenen Gesundheitsstatus durch LongCovid nicht gefährden wollen.

Weil ihr logischer Menschenverstand ihnen sagt, dass noch Pandemie ist! Und man sich weiter schützen können muss.

Verständlich eigentlich.

Wie können wir Teil einer Gesellschaft sein, die sich so verhält, als wäre Covid-19 keine Gefahr mehr?

Wo gibt es Räume, wo wir uns sicher bewegen können? Ohne dass unsere Vorsicht und Rücksicht belacht wird und als übertrieben hingestellt?

Die logische Konsequenz, in einer Pandemie auf Abstand von anderen zu gehen, um Infektionsketten zu durchbrechen, wird auch durch Institutionen wie Schule und durch Arbeitszwang in unsicheren Arbeitsverhältnissen unmöglich gemacht oder zumindest stark behindert.

Was in Ländern, in denen man Covid konsequent bekämpft, selbstverständlich ist, wird hier als übertrieben hingestellt.

Rechtfertigen müssten sich aber für diesen Zustand, in dem wir uns seit über einem Jahr befinden, nur die Verantwortlichen, die die Pandemie immer weiter laufen lassen und uns ein ewiges Auf und Ab bescheren, in dem, kaum, dass die Inzidenzen endlich sinken, wieder geöffnet wird. Wodurch sie dann wieder steigen.

Warum mutet man das seiner Bevölkerung zu? Und warum trampelt man so auf den Menschen herum, die von Anfang an bereit waren und es immer noch sind, die Pandemie konsequent zu bekämpfen?

Denn dabei kommt es auf konsequentes Verhalten an. Nicht nur auf Impfungen.

Das Wichtigste in der Pandemie ist der Faktor, wie sich Menschen verhalten. Wie eine Gesellschaft sich organisiert. Wie flexibel und klug sie handeln kann.

Dass Infektionsketten unterbrochen werden, und das , so schnell und effektiv es geht, damit man danach wieder normal leben kann. Danach.

Und warum wälzt man die Frustration darüber, dass es niemals angepeilt wurde, auf die Menschen ab, die sich seit Beginn der Pandemie konsequent verhalten und andere damit mit schützen? Warum lässt man eine Gesellschaft sich so spalten?

Die Bevölkerung wurde durch Inkonsequenz der Politik gespalten. Eine ziellose Pandemiepolitik spaltet die Gesellschaft. Dabei brauchen wir Zusammenhalt, um diese Krise gemeinsam zu bewältigen und zu überstehen.

Dieses Ausgeliefertwerden von Menschen ist einem demokratischen und sozialen Staat unwürdig.

Da wird die Bedeutung von Sozialer Teilhabe für alle jeden Tag mit Füßen getreten.

Wir werden jeden Tag ausgeschlossen. Und haben kaum eine Lobby.

Die Stimme müssen wir uns selbst geben. Und das Recht darauf, Schutz und konsequente Pandemiebekämpfung einzufordern.

Unser Staat macht es nicht.

Und lässt uns und unsere Familien damit allein.

Wir brauchen eine Perspektive.

Die Perspektive kann NICHT sein, sich durchseuchen zu lassen und so zu tun, als wäre alles wieder normal und möglich. Denn das ist es immer noch nicht.

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